All my friends are in Bands
Wir wollen dem langsamen, qualvollen Tod gar nicht zu fest am Zeug flicken, manchmal ist er ja sehr verdient, nicht wahr, Reinhard Heyndrich. Aber es geht schon gerade viel auf diese Weise vor die Hunde (ey, die Hunde, ey die Hunde!): Der Punk, das Nachtleben, der gute Geschmack und sowieso die Welt. Da ist es nicht selbstverständlich, dass es das All My Friends Are In Bands immer noch gibt – vor allem wenn man sieht, wie schlecht und würdelos manche Punks altern, nicht wahr, Wölfi. Aber ganz tot ist er noch nicht, und das AMFAIB Vol. 4 führt diesen Beweis so überzeugend ins Feld wie das seit Dashiell Hammett niemand mehr getan hat. Vier der bisher bestätigten Bands zeigen, dass „Punk“ nicht zwingend ein Synonym dafür sein muss, letztmals vor 50 Jahren eine halbwegs relevante Platte herausgebracht zu haben und heute für freudlose Auftritte umständlich aus der Geriatrie-Abteilung auf die Bühne geschoben zu werden. Alvilda, Kate Clover, Millie Manders & The Shutup und The Not Amused werden von Frauen getragen. Und waren entweder noch nie oder viel zu lange nicht mehr in Bern. Es hat den Punk (und den Powerpop) nie wirklich geliebt, wer sich im November 2024 im Rössli nicht unsterblich in Alvilda verliebt hat. Und wem das alles zu jung und frisch ist, darf den alten Herren der Nasty Rumours dabei zusehen, wie sie sich bei einem der seltenen gewordenen Heimspiele in ihren zu engen Kleidern zu verrenken veruchen.
So, und jetzt blitzartig Tickets kaufen. 36 Fränkli für den Punk, für die Reitschule, für das gute Leben. Wenigstens einen Abend lang.

















